|
Einführung in die Mikroimmuntherapie (IDI)
|
|
Das Immunsystem ist bei allen Lebewesen an den meisten, wenn nicht allen,
Krankheiten in irgendeiner Form beteiligt. Selbst nach akuten Traumata
spielt das Immunsystem bei der Rekonvaleszenz eine entscheidende Rolle.
Daher ist wohl anzunehmen, daß in naher Zukunft die Immuntherapie an
erster Stelle der meisten therapeutischen Überlegungen stehen wird.
Bereits 1967 kamen die belgischen Homöopathen Dr. Bernard Marichal und Dr.
Maurice Jenaer auf die Idee immunologisch wirksame Substanzen (damals
standen nur DNS und RNS zur Verfügung) als Homöopathika zu verwenden. Die
DNS-RNS Dynamisationen bewirkten nicht nur eine Besserung des
Allgemeinzustandes, sondern hatten auch antitumorale Eigenschaften.
Allerdings kam es nach Absetzen der Therapie zu malignen Rezidiven. Als
nächstes wurden Tumorwachstumsfaktoren in hohen Verdünnungen (C 9)
denDNS-RNS-Dynamisationen zugesetzt.
Die Wirkumkehr bei hohen Verdünnungen führte zu einer Wachstumshemmung des
Malignoms. Die infinitesimale Verdünnung und Potenzierung (= Dynamisation)
heute von Zytokinen, Interferonen und sog. spezifischen Nukleinsäuren, die
1990 von Marichal entdeckt wurden, ermöglicht eine wirksame und nahezu
nebenwirkungs-freie Behandlung. Die sublinguale Gabe bewirkt eine höhere
Wirkstoffkonzentration im Blut und einen geringeren first-pass Effekt als
bei p.o. Gabe. Außerdem kommen die Mikroimmuntherapeutika, die zum Teil
aus Eiweiß bestehen, durch die sub linquale Gabe nicht mit
gastrointestinalen Sekreten in Berührung. Das sequentielle Therapieprinzip
trägt der Tatsache Rechnung, daß ein sich ständig wiederholendes,
gleichförmiges Signal nach einer gewissen Zeit nur noch abgeschwächt
aufgenommen und schließlich unterdrückt wird.
Durch die sequentielle Veränderung der Zusammensetzung von einer Kapsel
zur anderen wird sichergestellt, daß das Signal auch nach mehrmonatiger
Einnahmedauer noch immer wahrgenommen wird. Ziel der IDI ist es, das
Immunsystem bei chronischen Infektionen, Autoimmunerkrankungen,
Immundefekten und proliferativen malignen Prozessen günstig zu
beeinflussen. Vorteile der IDI sind: die einfache Verschreibung,
toxikologische Unbedenklichkeit und kaum Nebenwirkungen. Die IDI
beeinflußt alle gestörten Stufen des Immunsystems mit dem Ziel, es wieder
ins Gleichgewicht zu bringen.
Es
besteht eine synergistische Wirkung zwischen der Immun-modulation durch
lösliche Immunmediatoren und der spezifischen Nukleinsäure (SNS). Die
Globuli dürfen nicht nach 16 Uhr eingenommen werden, weil die Aktivität
des Immunsystems ab dem späten Nachmittag abnimmt und es daher nicht mehr
stimuliert werden sollte.
Dr. Med. Roland Reichstein
FA f. Allgemeinmedizin, Anästhesie
und Intensivmedizin
Anmerkung: Es wäre
interessant zu untersuchen, welche Wirkungen Kampo-Rezepturen in
homöopathischer Potenzierung entfalten und ob das klinische Symptomenbild
dieser Potenzierungen von dem der „Urtinktur“ deutlich abweichen. Da
viele Kampo-Rezepturen nachweislich in vitro und in vivo immunogene
Wirkung entfalten, bliebe zu untersuchen, ob die von Dr. Marichal gemachte
Aussage der Gabe von IDI-Präparaten nicht nach 16 Uhr auch für
Kampo-Rezepturen von Bedeutung sein könnte.
Dr. Dr. Helmut Bacowsky
|
|